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Irrwitz im Waschsalon
Nordharzer Städtebundtheater zeigt Andre Bückers „Eine Dame werd' ich nie"

Von Susanne Beyer   

SCHÖPPENSTEDT. Eins steht von  Anfang an fest: Damen werden diese drei Herren ganz gewiss nicht, - nie und nimmer. Dafür verwandelte sich die Eulenspiegelhalle für einen Abend zum stilechten Waschsalon. Der Kulturverein hatte zur „Revuette für drei Herren mit Liedern großer Diven" geladen. Es gastierte das Nordharzer Städtebundtheater mit Andre Bückers „Eine Dame werd' ich nie".
     Es treffen dort drei Typen aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können: Der weichgespülte Öko Martin (Ingo Wasikowski), der etwas schmierige Herr mit dem einsamen Herze (Norbert Zilz) und der beleibte Headbanger in Motorradkluft (Tobias Amadeus Schöner) unterhalten sich (fast) ausschließlich singend.
     Grönemeyers „Männer", „Fremd in der Nacht" und „We will rock you" sind ihre Anfangsthemen. Wie zu erwarten, geraten Schlabberpulli, Hornbrille und Lederjacke zunächst einmal gehörig aneinander.
     Doch spätestens als alle drei ihre gemeinsamen Wurzeln entdecken - in Altenburg und das ist schließlich überall - ist das Eis gebrochen. Die verlorene Heimat rührt: „Brennend heißer Wüstensand" bringt selbst den Headbanger zum Heulen und treibt ihn, die Plastikwanne in der Hand, zur Lebensbeichte: „I did it my way." Kurz darauf erscheint er im eng anliegenden Paillettenkleid und schwarzen Netzstrümpfen. Der weil die Unterhosen in der Kochwäsche einlaufen. Zwischen den Waschgängen tauschen die Herren Lebensweisheiten aus, spenden einander Trost und praktische Ratschläge: „Du musst die Männer schlecht behandeln."
     Dieses kuriose Stück lebt von der raschen Abfolge bekannter Schlager, Operettenlieder und Rocksongs - mal ausgespielt, mal angedeutet gelegentlich extra waschsalonfähig gemacht, denn: „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht, ganz ohne Seife wäscht man Hosen nicht"!
     Matthias Schaletzky, der die musikalische Leitung hatte, saß im Hawaii-Hemd am E-Piano (ein weißer Flügel wäre auch nett gewesen) und bearbeitete die Tasten, dass es eine wahre Freude war. Es regierte der Irrwitz, der den drei exzellenten Schauspielern und Sängern Gelegenheit gab, ihr komödiantisches Talent voll auszureizen. Brilliant zum Beispiel, wie Ingo Wasikowski zum „Zug nach Nirgendwo" das Dampfbügeleisen verspielt zur Dampflok mutieren ließ.
     Die einzig echte Dame (Edith Jeschke) haute erst am Ende des Abends dazwischen: „Ihr räumt sofort diesen Saustall hier auf" Machen sie brav, bevor Tobias Amadeus Schöner mit „We are the champions" den Freddy Mercury auferstehen lässt.

   Trash war angekündigt, Wash-Trash wurde prompt und flott inszeniert geliefert. Bravo!

 

 

Der Kulturverein Schöppenstedt hatte, zusammen mit dem Team vom Tetzelstein, zur zweiten gemeinsamen Veranstaltung geladen. Zahlreiche erwartungsvolle Gäste folgten dem Ruf mitten in den Elm und trafen sich auf halbem Wege zwischen Schöppenstedt und Königslutter.

 „Von Klassik zu Pop - temperamentvoller Teufelsgeiger trifft teuflisch guten Tenor“

so hieß das Motto. Tatsächlich steckte der Teufel aber zunächst im Detail: die begleitende Tontechnik war auf die Bedürfnisse der jungen Generation ausgesteuert. Der grauhaarige „Teppich“ ließ hingegen ahnen, dass dies nicht ganz der Realität entsprach. Moderiert von Teufelsgeiger und Tenor wurde so eine kurze Diskussionsrunde gestartet, in der die Erwartungen des Publikums mit dem Angebot der Profis abgestimmt wurde. Die sachliche und launige Art, in der dies allen Beteiligten gelang, hat ohne weiteres zum Gelingen des Abends beigetragen, denn von nun an zogen alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang an dem sie ungeahnte Höhen der guten Laune und Bewunderung erreichten.
         Kurzerhand wurde das wohl im letzen Jahrtausend letztmalig gestimmte Piano in den Raum gedreht, so dass Florin Lucian, der teuflisch gute Tenor rumänisch/deutscher Abstammung, alle Register seines Könnens ziehen konnte und musste. Seine gewaltige Stimme, die mühelos mehrere Oktaven nahm, bedurfte gewiss keiner Verstärkung. Sie ließ auch so die Balken des historischen Baus erbeben! Getreu dem Motto des Abends wechselten dabei Opernarien mit Belcanto, italienischen Schlagern und nunmehr klassischen Elvis-Stücken in nie gekannter Qualität. Gemeinsame Titel zusammen mit Charly Neumann, dem aus Funk und Fernsehen bekannten „Teufelsgeiger von Hannover“, zeigten, dass sich hier ein unschlagbar gutes Team gefunden hat, das auch künftig gemeinsame Wege gehen wird.
         Neumann  gab sich im schwarzen Frack zunächst ganz seriös. In den Zuschauerreihen küsste er galant und hochmusikalisch die Hand so mancher Madame aus den Landkreisen Wolfenbüttel und Helmstedt. Im selbst bearbeiteten Stück „die Lerche“ bewies er sodann, dass sich mit einer Violine in der Hand sämtliche physikalischen Gesetze außer Kraft setzen lassen: der Elm wurde plötzlich von Vogelgezwitscher beherrscht - und das mitten in der Nacht. Nach der Pause kam Charly, südamerikanische Rhythmen spielend, im mexikanischen Poncho zurück. Vom Applaus der ihn begleitenden Fangemeinde getragen, zelebrierte er zahlreiche furiose Auftritte. Darin ließ er nicht nur seinen Bariton erstrahlen, der ihn als zweiten erstklassigen Sänger des Abends auswies, sondern er griff auch zur Klarinette. So brachte er virtuos „Oldtimer“ wie „Petit Fleur“ und natürlich einen „Boogie für Charly“ zu Gehör. Das Publikum mochte die beiden Stars gar nicht gehen lassen und so vergingen drei erlebnisreiche Stunden, bevor Florin zum finalen „Time to say good bye“ ansetzte. Ganz klar: dies war nicht die letzte Veranstaltung dieser Art. Gemeinsames Ziel kann nur eine Neuauflage sein – darin stimmten alle Beteiligten überein!

Textvorlage. Nachdruck:

  • am 21. März im Wolfenbüttler Schaufenster “Teufelsgeiger traf auf teuflisch guten Tenor” - Kulturverein hatte zu “Klassik und Pop” eingeladen
  • am 04. April in der Wolfenbüttler Zeitung (BZ) “Teufelsgeiger trifft Tenor” - Kulturverein Schöppenstedt und Tetzelstein-Team laden zu gemeinsamem Abend ein

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      Einen konzertanten Neujahrsabend in der musikalischen Tradition des alten Wiens präsentierte das Orchester des Nordharzer Städtebundrheates in Schöppenstedt

Huldigung des alten Wiens
Kulturverein Schöppenstedt hatte zum Neujahrskonzerteingeladen
Von Stephan Querfurth

SCHÖPPENSTEDT. Nach all den vielfachen Wünschen nach dem Geläut der Silvesternacht haben die Schöppenstedter das neue Jahr in der Eulenspiegelhalle am Neujahrsabend mit beschwingter, mitreißender Musik begrüßt.

Das Neujahrskonzert stand im Zeichen der Tradition des Kaiserlich-Königlichen  Österreich-Ungarns. Mit den gespielten Werken von Komponisten, die Garanten für Leidenschaft und Temperament sind, wurde damit auch das alte Wien als musikalischer Sympathieträger gefeiert.
         Eingeladen hatte der Kulturverein Schöppenstedt. Dessen Vorsitzender Herbert Hass begrüßte die 40 Mitglieder des Orchesters des Nordharzer Städtebundtheaters unter Leitung von Johannes Rieger. Die Eulenspiegelhalle war voll besetzt.
         Für Hass ist dieses Konzert der Auftakt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die für das gerade angebrochene  Jahr  geplant sind. Schöppenstedts Bürgermeister Karl-Heinz Mühe betonte in einem Grußwort, der Kulturverein habe in den 15 Jahren seines Bestehens „unglaublich viel geleistet". Durch ihn sei das Leben in der Gemeinde attraktiver und lebendiger geworden. Fröhlich, munter, heiter, vital eben, interpretierte das Orchester, indem die Streicher dominierten. Die Ouvertüre „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien" von Franz von Suppe und den „Rosenkavalier walzer" von Richard Strauß. War die „Polonaise A-Dur" von Frederic Chopin noch eher ein lyrisches Orchesterstück, so brachten die „Ungarische Rhapsodie" von Franz Liszt und Bela Bartoks Rumänische Volkstänze mit der extremen Farbigkeit ihres Klanges und ihrer musikalischen Atemlosigkeit die Bögen der Streicher nahezu zum Glühen.
         Reich an Rhythmus wurde die Folklore dieser Länder lebendig. Temperament konnten die Symphoniker auch in der „Humoreske" von Antonin Dvorak entfalten. Wolfenbüttler Zeitung, 03.01.200

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es wird schon wieder besser!!!

Krisenschlager der 30er-Jahre
Viel Beifall für Musikrevue in der Eulenspiegelhalle

SCHÖPPENSTEDT. Mal temperamentvoll, mal einfühlsam kam die Musikrevue (Revuette) „ Es wird schon wieder besser" von Sarah Kohrs, daher. Die zahlreichen Zuschauer in der Schöppenstedter Eulenspiegelhalle waren begeistert.
         Im Berlin von 1931 betreibt Moustache (Norbert Zilz) einen Zeitungskiosk. Mit seiner Kundschart verfolgt er nicht nur skeptisch die neuen Zeitungsmeldungen, sondern erlebt auch deren persönliche Freuden, Nöte und Ängste. Dabei verliebt sich Moustache in Fanny (Edith Jeschke). 1935 wird das Leben noch schwieriger.
         In diese Geschichte hat Sarah Kohrs viele Krisenschlager der 30er-Jahre eingebunden. Lieder wie „Ich habe leider kein Vermögen" oder „
Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da" waren vielen im Publikum bekannt. Violetta Kollar, die musikalische Leiterin, begleitete die Revuette am Klavier.
         Ausdrucksstark und textsicher, gesanglich und tänzerisch boten die Schauspieler des Nordharzer Städtebundtheaters eine großartige Leistung. Bis auf Norbert Zilz traten sie in wechselnden Rollen auf, die oftmals gegensätzlich waren. So trat Bettina Pierags als besorgte Ehefrau auf und brillierte genauso als Revuegirl Daphne Rosenrot. Ingo Wasikowski wechselte zwischen einem unglücklichen, arbeitslosen Ehemann und einem SA-Mann.
         So folgten dem gefühlvollen Abschiedsduett „
Sag mir nicht Adieu" mit Edith Jeschke und Norbert Zilz, die temperamentvolle Aufforderung „Davon geht die Welt nicht unter" von Paul Batey. Nach den Gesangsstücken brauste immer wieder Beifall auf. Am Ende kamen die Darsteller nicht um eine Zugabe herum.
         „Eine ganz starke Vorstellung des Städtebundtheaters. Wir arbeiten gerne mit ihnen zusammen", sagte Herbert Hass, Vorsitzender des Kulturvereins Schöppenstedt. Am l. Januar kommt das Orchester der Nordharzer zum Neujahrskonzert in die Eulenspiegelhalle. Zuvor ist dort am 4. und 5. Dezember beim Theater für die Kinder der Samtgemeinde das Stück „Die kleine Hexe feiert Weihnachten" zu sehen.
        Hartmut Mahnkopf, Wolfenbüttler Zeitung, 27. Nov. 2006

 


So 29.10.06 11:00 Undecided Orchestra - Jazzfrühschoppen im Gasthaus “Zum Zoll”

Das UNDECIDED ORCHESTRA ist eine der ganz wenigen Bands Deutschlands, die sich dem Ballroomjazz der Goldenen Zwanziger und der Wilden Dreißiger verschrieben hat. Seit mehreren Jahrzehnten begeistern die elf Musiker, l Frau und 10 Mann in Abendkleid, Frack bzw. Smoking, jetzt schon das Publikum in ganz Deutschland, in Holland oder in der Schweiz. Anlässlich einer Tournee 1995 brachten sie ihre Jazzklänge sogar bis in das
ferne Thailand.
         Zu Hause fühlt sich das Undecided Orchestra in kleinen Jazzclubs ebenso wohl wie in Konzertsälen. Diese Band vermittelt enthusiastische Freude an nostalgischer Musik, als wollten die Musiker laut ausrufen: wir nehmen euch mit auf eine Zeitreise in die Welt der von Unterhaltung nur so überschäumenden 20er und 30er Jahre, in die Jazzkneipen Chicagos, in die Revuetheater New Yorks und zu den großen Tanzsälen Berlins. Swingender Big-Band-Sound, solistische Glanzleistungen und der für die Zwanziger Jahre typische Gesangstil mischen sich zu einem abwechslungsreichen Programm. Hinter den Dixiebesetzungen stand die Idee,  möglichst ohne elektronischen Aufwand zu den Wurzeln des traditionellen Jazz zurückzukehren. Mit flexiblen Formationen von 4-7 Mann wird diese Ideeeindrucksvoll umgesetzt.
         Neben Rundfunksendungen in aller Welt und zahlreichen TV Auftritten dokumentieren 4 CXD-Produktionen den erfolg dieser einmaligen Band. Erleben Sie ds UNDECIDED ORCHESTRA am 29. Oktober “live on stage” unter dem Motto

Some like it hot!

 

versprochen.....

 

....und so war´s:

Auf den Pfiffel eingestellt liebelachen
Literarisches Variete vor ausverkauftem Haus am Tetzelstein

TETZELSTEIN. „Warum wird kein Theater zwangseingeführt? Jeden Nachmittag nach der Schule müssten Schüler ins Theater. In Wolfenbüttel kommen dann 40 Theater mit je 1500 Plätzen oder 320 Theater mit 187 Plätzen zusammen", so die Theorie von Cornelia Kieck am Samstagabend in der Waldgaststätte am Tetzelstein. Musikalisch von Thomas Kieck begleitet, bot das Weimarer Kieck-Theater ein literarisches Variete vom Feinsten.
         Cornelia Kieck interpretierte virtuos die literarischen Versatzstücke von Goethe, Tucholsky, Valentin, Steineckert und Schwitters, fütterte sie mit Jonglagen, Pantomimen, Gesang und eigenem Programm über die Liebe im Allgemeinen, Beziehungen im Besonderen und den Tod. Sparsame Requisiten und Kostümwechsel unterstrichen die darstellerische Leistung.
         Besonders amüsant wurde sie, wenn sie dem Publikum den Beziehungsspiegel vorhielt. „Natürlich gehe ich mit einem Mann ins Theater. Soll ich etwa mit einer Krankenschwester gehen?" In Dialogen, in denen Kieck beide Seiten übernahm, schlidderte die Dargestellte konsequent ins Verderben und gab ihre Betrügereien preis. „Er hatte einen harten Mund. Nein, er war nicht tätowiert, er hatte reine Haut."
         Männer hätten es übrigens ungleich schwerer als Frauen. Da müsse er die gleiche Seife wie Zu Hause benutzen, sie müsse das gleiche Parfüm tragen, wie die Frau daheim, weil Frauen ja so viel sensibler seien. Den Geschlechtsakt lasse sie akrobatisch über sich ergehen, während sie an den Wasserkessel auf dem Herd denke und die Frage, ob er vor dem Pfiffel fertig würde, also vor jener Pfeife, die lautstark lärmend das kochende Wasser anmahnt. Dann ist sie von Kopf bis Fuß auf Pfiffel eingestellt.
         Dazwischen kommt der Tod zu Besuch und wird zum Kuss eingeladen, fragt sie, wer die Pyramiden entgrätet oder ob Kasper ein Stein geworden sei. Oder sie lamentiert über verkrümmte Handyhände. Bei Ihr gäbe es sowas ja nicht, sie habe solche Hände vom Knödelformen.
Das Kieck-Theater spannt den Bogen von Faust-Monologen bis zu Schwitters Anna Blume und zeigt mit viel Spaß, dass Literatur und Variete sehr wohl zusammen passen.
         Das Publikum am Tetzelstein bedankte sich mit viel Beifall. Möglich wurde die Aufführung durch den Kulturverein Schöppenstedt.   Wolfenbüttler Zeitung am 23.10.2006

Zeitloser Humor des Eulenspiegels der 20er Jahre
Couplets von Otto Reutter im Eulenspiegel-Museum

SCHÖPPENSTEDT. Passend zur Sonderausstellung über die Berliner Avantgarde, entführte auch die Begleitveranstaltung des Eulenspiegel-Museums in die 20er Jahre - „Unsterbliche Couplets von Otto Reutter" gab es für die Gäste im voll besetzten Haus.
     Meisterhaft vorgetragen wurden die humoristischen Lebensweisheiten des legendären Komikers, dem „Eulenspiegel seiner Zeit" (Gaber) vom Berliner Hellmut Gaber. Bekleidet mit Frack und Melone schlüpfte er in die Rolle des großen Idols und brachte sein Publikum zum Schmunzeln. Zum Schmunzeln, wohlgemerkt, denn Reutters Couplets können bissig sein, doch ist es insgesamt ein eher stiller, manchmal nachdenklicher Humor. Ziel des Spotts sind immer wieder der Fortschrittsglaube, die menschliche Eitelkeit oder die kleinen Absurditäten des Lebens.
     So wie der Klassiker „Der Überzieher", der von der Unmöglichkeit erzählt, eine Suppe zu löffeln, und dabei den Mantel im Auge zu behalten. Oder die Frauen, „sie feiern oft Geburtstag, doch älter werden sie nicht." „Nehm'n Sie 'neu Alten" und „Bevor du sterbst" hatte Gaber auch im Programm. Mit 71 Jahren tourt er noch durch Deutschland, um die „Menschen zum Lachen zu bringen". Oder mit Reutters Worten: „Alles wegn de Leut." 

Marin Ochmann, Wolfenbüttler Zeitung, 27.09.2006  

 

20 Jahre Städtepartnerschaft Athis - Schöppenstedt

Viele Highlights bildeten attraktives Programm für französische Gäste

Vorbereitungen... (Foto: Kathrin Hass)Schöppenstedt. Auch wenn es viele noch nicht ganz realisiert haben, besteht die deutsch-französische Städtepartnerschaft zwischen Schöppenstedt und Athis d'Orne bereits seit 20 Jahren.
         „Als wäre der erste Besuch erst vor wenigen Jahren gewesen", schwelgen viele der älteren Teilnehmer in schönen Erinnerungen. Das Organisationsteam um Herbert Hass hat für den fünftägigen Aufenthalt der französischen Gäste ein umfangreiches und interessantes Programm zusammengestellt. Begrüßt wurden die 68 Gäste bei ihrer Ankunft auf dem Schöppenstedter Markt, der in deutsch-französischen Farben geschmückt war, mit einem Glas Sekt und Musik. Der Samstagvormittag stand im Zeichen des Jubiläums. Die Grünfläche an der Ampelkreuzung Neue Straße/Bahnhofstraße wurde zum Athis-Platz durch Bürgermeister Karl-Heinz Mühe ernannt. Im Anschluss hatten die Gäste Gelegenheit eine Fotoausstellung der vergangenen Städte partnerschaftstreffen im Rathaus zu besichtigen. Mit einem gemeinsamen Spaziergang durch die geschmückte Innenstadt ging es zum Depot der Freiwilligen Feuerwehr. Hier erwarteten die Gruppe ein kurzer Vortrag über die Organisationsstruktur der Feuerwehren und ein Einblick in die Technik, Fahrzeuge und das Gebäude. Stärken konnten sich die Gäste und Gastgeber dann auf dem Gelände des Sportplatzes, auf dem die Historische Bürgerwehr ein Biwak aufbaute und zum Matjesessen lud. Am Abend fand ab 19.30 Uhr der offizielle Festakt mit vielen Vorführungen, Ehrungen und Musik statt.
         Der Sonntag konnte von den Gastgebern und deren Gästen frei gestaltet werden. Am Montag wurde auf Wunsch der französischen Delegation ein Besuch in der Bundeshauptstadt organisiert. Eine Besichtigung des Berliner Reichstages, des neuen Hauptbahnhofs und eine Stadtrundfahrt waren die Höhepunkte dieses Tages.
         Der gestrige Dienstag führte die Gäste ans Steinhuder Meer und in die Heidelbeerplantaqe Wassermann. Am heutigen Mittwoch haben sich in aller Frühe die französischen Gäste verabschiedet und sind, sicherlich erschöpft, aber erfüllt von vielen interessanten Highlights und Begegnungen, in den Bus zur Heimreise gestiegen. Im kommenden Jahr steht dann wieder ein Gegenbesuch in Athis an. Herbert Hass dankt mit seinem Team allen, die in diesem Jahr, aber ach in den vergangenen Jahren, zum Gelingen des
Partnerschaftsbesuches beigetragen haben.             

AT im "Schaufenster" vom 02.08.06

 

Französischer Abend in der Eulenspiegelhalle: Der Kulturverein lud ein!

am 4. März fand zum siebten Mal der sehnsüchtig erwartete und mittlerweile traditionelle "Französische Abend" statt - diesmal aus einem ganz besonderen Anlass: die  Partnerschaft mit der Stadt Athis in der Normandie jährt sich zum zwanzigsten Mal! Die beständige Liaison entstand 1986 aus einem Austausch zwischen der Realschule Schöppenstedt und der Schule in Athis. Sie wurde im gleichen Jahr vom Rat der Städte besiegelt. Viele private Freundschaften wurden geschlossen, die seitdem in regelmäßigen gegenseitigen Besuchen gepflegt werden.

In seinere Begrüßung regte der der Vorsitzende des Kulturvereins, Herbert Hass an, die Schöppenstedter mögen zum Empfang der französischen Freunde am 28.7.2006 die Stadt schmücken. Einzelpersonen, Familien, Vereine und Geschäfte können eine Girlande fertigen, die in der Innenstadt über die Straße gespannt wird kann - aus vorweihnachtlichen Zeiten stehen die 16 Befestigungvorrichtungen noch zur Verfügung. Die Stadt hat ihre Unterstützung für Montagearbeiten zugesagt! Die Girlande sollte ein Schild zieren, das einen Gruß, aber auch den Herstellers der in als Text, Logo oder auf phantasievolle Art einbezieht. Zusätzlich wird in diesem Jubiläumsjahr ein deutsch-französisches Kochbuch herausgegeben. Daher bat Hass die Schöppenstedter "Sammeln Sie typisch deutsche Rezepte und geben Sie diese beim Kulturverein ab - die französischen Partner aus Athis sind schon fleißig dabei! (Telefon: Herbert Hass: 05332/2955)

Nach dieser Einleitung erwartete die Gäste ein kulinarischer Genuss in sieben Gängen, aber auch künstlerische Darbietungen. Kein Auge blieb trocken, als Stefan Wirkus Charaktere vom Hausmeister bis zum Müllmann, Spaßkellner und Senilbutler parodierte. Absoluter Favorit war die Figur des französischen Schnellzeichners Maurice Pinsél, der mit witzigen Schnellzeichnungen und flotter Zunge das Publikum zu einem Ratespiel animierte. Auf großem Zeichenpapier entstanden so innerhalb weniger Sekunden Tierkarikaturen wie "der Klapperstorch" - "Fischstäbchen" oder "Shellfisch", die unter dem freudigen Applaus der Gäste rasch erraten wurden. Überraschungsgäste des Abends waren "NOS IPSI", ein Paar, das mit hohem körperlichen Einsatz Artistik an einer senkrechten Stange zeigte und dabei scheinbar die Regeln der Schwerkraft überwand. Nachdruck im “Wolfenbüttler Schaufenster” vom 9. März 2006 (EK)

 

Wehe, Muttern hat selbst mal was vor
Das Niederdeutsche Theater führt in der Schöppenstedter Eulenspiegelhalle das Stück „Quartett to drütt" auf

Erleichterung bei den Familienmitgliedern nach Mutters Rückkehr und einer turbulenten Zeit ohne die gute Seele. Von links: Vater Peter (Manfred Rössler), Tochter Uschi (Katarina Hartje), Mutter Klara (Irmgard Hebbein) und Sohn Fiete (Markus Kraft),                  Foto: Udo Starke

SCHÖPPENSTEDT Ein Stück, wie es schöner und humorvoller fast nicht sein kann, präsentierte am Wochenende das Niederdeutsche Theater aus Braunschweig. Mit „Quartett to drütt" unterhielten die Protagonisten die Zuschauer in der Schöppenstedter Eulenspiegelhalle. In der Komödie in drei Akten gab es viel Wirbel um einen geplanten Theaterbesuch.
         Die gutmütige und liebevolle Ehefrau und Mutter Klara Runge verwöhnt ihren Mann Peter und die Kinder Uschi und Piete von vorn bishinten. Ob kochen, Knöpfe annähen, sauber machen oder bügeln („plätten"), Klara hat selbst nicht viel vom Leben und bemuttert ihren Anhang mit gleichbleibender Geduld.
         Dabei wird schnell deutlich: Die Rollen in dem familiären Quartett sind so festgefahren, dass das Eigenleben und auch die Persönlichkeit der Hausfrau völlig in den Hintergrund treten. Klara opfert sich für ihre Familie auf, bis ihre lebenslustige Freundin Paula auftaucht und sie zu einem Theaterbesuch („Das wäre mal wieder schön") überredet. Erste Vorfreude kommt auf. Der Besuch soll bereits am selben Abend stattfinden. Klara kramt ihre „guten Schuhe" heraus, putzt sie blank mit Spucke und fiebert dem Theaterbesuch entgegen.
         Aber es kommt, wie so oft im Leben, wieder einmal anders. Die Familienmitglieder machen ihr einen Strich durch die Rechnung, ihrer häuslichen Gefangenheit zu entfliehen. Mann, Tochter und Sohn überfallen die gute Seele des Hauses mit einer Flut von Wünschen, Bitten und Forderungen. Klara läuft so die Zeit davon, sie kann nicht einmal über ihren geplanten Theaterbesuch berichten. Sie muss schließlich den Plan sausen lassen und bleibt nach dem hektischen Auftritt der Familienmitglieder allein zurück, bis Paula kommt.
           Die beiden Freundinnen schmieden einen neuen Plan und inszenieren ihrerseits ein kleines Theaterstück mit dem Ziel, den drei Paschas einen Denkzettel zu verpassen. Verschmitzt setzen sie einen Abschiedsbrief mit erfundenen Gründen auf. Der Inhalt: „Ich will wieder als Krankenschwester arbeiten, um die Familienkasse zu unterstützen und eure Wünsche noch besser erfüllen zu können", schreibt Klara und hinterlässt den Brief zwischen zwei Flaschen auf dem gemeinsamen Esstisch.
           Sie macht sich aus dem Staub. Und der Denkzettel sitzt. Schnell wird dem Trio zur Freude der Besucher klar: Ohne Klara läuft nichts, alles geht drunter und drüber. Schließlich kehrt „Muttern" wieder heim und erlöst die „vernachlässigten" Familienmitglieder, die nun wissen, was sie an ihr haben. Beifall für einen amüsanten Theaterabend.        Udo Starke in der Wolfenbüttler Zeitung vom 14. Februar 2006

 

Niederdeutsches Theater spielt „Quartett to drütt"
Die Hausfrau als Magd

Fast wie im richtigen Leben, so funktionieren die meisten niederdeutschen Komödien. Alle Hände voll zu tun hat Klara, um dem Gatten die Socken zu suchen, dem Sohn die Hosen zu flicken, der Tochter die Blusen zu bügeln. Und dafür gibt's nur wenig Dank und viel Maulerei.
         Theater könnte ein Ausweg sein, doch als Freundin Paula sie abholen will, sind die Haare nicht gemacht: Für sich selbst hat Klara keine Zeit. Also selbst Theater machen: Klara zieht aus, das Familienquartett muss nun zu dritt durchkommen.
           „Quartett to drütt", vom Niederdeutschen Theater gespielt, lebt weniger von Turbulenz und Überraschung als von Wortwitz und Typen, die man wiedererkennt. Wenn Irmgard Hebbeln als duldsam geschundene Klara mit starrem Blick ihr Leben bedenkt, ist dieses Innehalten auch dramatisch wirkungsvoll.
         Als Mann ohne jegliches Verständnis für die Lasten einer Hausfrau setzt besonders Manfred Rössler komische Akzente. Markus Kraft mimt den ebenso auf Bequemlichkeit geeichten Sohn und Katharian Hartje die missvergnügte Tochter: Mit der Truppe verkommt jeder Haushalt. Da bringt Claudia Moenickes als resolute Freundin des Filius erfrischenden Schwung - und die heilsame Überzeugung ein, nach der Hochzeit keinesfalls Klaras Fehler machen zu wollen.
         Klara dagegen hat am Ende nichts begriffen. Sie stört sich mehr an der Konkurrenz ihrer noblen Freundin (Heidje Rupp), denn die Arbeit für ihre verwöhnten Racker macht sie froh. Denen nehmen wir die Läuterung nicht ab: Klara wird weiter die Magd spielen, das ist die bittere Pointe. Wie im richtigen Leben? Kräftiger Applaus.
Nach Andreas Berger in der BZ zur Premiere am 15. Januar 2006 in der Brücke

 

 

NEUJAHRSKONZERT 2006
“FERNWEH UND REISELUST”
Orchester des Nordharzer Städtebundtheater; musikalische Leitung: MD Johannes Rieger

Vorspann: “Die Tradition des Neujahrskonzertes reicht bis 1993 zurück. Wer gewissenhaft nachzählt: diese Veranstaltung ist die dreizehnte ihrer Art, und steht damit unter einem guten Stern. Für uns, die wir seit 1991 in Schöppenstedt wohnen, ist sie ein fester Bestandteil des Jahresablaufes. Für den Kulturverein die bisher beständigste Veranstaltungsreihe.
         Seit vielen Jahren gibt es das Neujahrskonzertes für die Schöppenstedter termingerecht am 1. Januar – eine Tradition, die die feste Partnerschaft mit dem Nordharzer Städtebundtheater unterstreicht. Ihr Geheimnis? Das möchten wir schon ergründen. Wir wünschten uns, häufiger Gastgeber für das Halberstädter oder Quedlinburger Ensemble sein zu können und wir haben oft versucht, mit ähnlichen Angeboten an diesen Erfolg anzuknüpfen. Immerhin sind für die nächste Spielzeit vier gemeinsame Veranstaltungen  im Gespräch, darunter natürlich(!) das Neujahrskonzert am 1.1.2007 und eine Musikrevue unter dem beziehungsreichen Titel ´Es wird schon wieder besser´.
           Davon abgesehen halten wir natürlich durch und passen unsere Spielstätten den Gegebenheiten an. Die recht erfolgreichen Veranstaltungen 2005 im Eulenspiegelmuseum und in Gasthäusern der Schöppenstedter Umgebung werden fortgesetzt. Unsere Klausurtagung, die jährliche Weichenstellung, findet am 14. Januar statt. Auf der Mitgliederversammlung am 10. März werden Sie spätestens davon erfahren.
           So wünsche ich uns im Namen des Kulturvereins Schöppenstedt allen ein erfolgreiches, gesundes und glückliches 2005. Was den heutigen Abend angeht, so bin sicher, ich darf uns allen eine rasante Reise versprechen zumal die Reiseleitung in den bewährten Händen von Johannes Rieger liegt. Er wird uns von der Nordsee (Johann Strauß: „Matrosenpolka“, „Nordseebilder“) durch Südeuropa bis nach Asien führen (Paul Linke „Siamesische Wachparade“). Wir freuen uns auf das Orchester aus Halberstadt und teilen mit ihm Fernweh und Reiselust!” (Diese Erwartungen wurden nicht nur erfüllt sondern dank der klugen Auswahl der Stücke und der spritzigen Kommentare des Dirigenten weit übertroffen. Seitdem wissen wir:

  • Im “Karneval von Venedig” leistet die Tuba in 7 Minuten mehr als in einer dreistündigen Wagner-Oper: Brandgefahr!
  • Die Schönheit Schöppenstedter Frauen wird allenfalls durch die jener aus Arles übertroffen (“Arlésienne Suiten”)
  • Johann Strauß war an der Nordsee frustriert, hat sich nach der Donau gesehnt (“Nordsee Bilder”)
  • Die “Siamesische Wachparade” zeigt die Harmonie der Soldaten. Es bleibt nur zu hoffen, dass niemand angreift! -
  • Mozart spielt man am besten zu Beginn des Mozart-Jahres - spätestens ab Juni seht sich jeder wieder nach Bach!)
     

Musikalischer Schwung und flotte Sprüche

Das Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters gibt in Schöppenstedt ein eifrig beklatschtes Neujahrkonzert

Von Gerd Klingeberg

SCHÖPPENSTEDT. Zitronen sind ein probates Mittel gegen Silvesterkater. Helfen bekanntlich nebenwirkungsfrei. Vor allem, wenn sie musikalisch verpackt sind. Etwa so unwiderstehlich gut, wie Johann Strauß es in seinem Walzer „Wo die Zitronen blühen" gemacht hat. Oder etwas dezenter in der Mignon-Ouvertüre von Ambroise Thomas.
         Dargeboten wurden diese Kompositionen vom Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters beim Neujahrskonzert in Schöppenstedt. Und die Musiker gingen mit Schwung zur Sache, ließen sich von der guten Gemütslage und den launigen Sprüchen ihres Dirigenten Johannes Rieger ordentlich anfeuern. Nun ja, ein bisschen angeschlagen war der ein oder andere, und nicht alle schnellen Passagen liefen so gänzlich reibungslos. Aber was zählte, war die hervorragende Stimmung, die unter der Prämisse „Femweh und Reiselust" verbreitet wurde. Amüsieren konnte man sich bei Arbans „Karneval von Venedig", einer Stemstunde und Herausforderung par excellence für Solotubist Bruno Uetz, der die schwindelerregend schnellen Variationen vom Hut mit den drei Ecken auf seinem massigen Instrument mit Bravour zu blasen wusste.
         Straffe spanische Klänge im Operettensound bei Nico Dostals „Habanera" und vertontes norddeutsches Reizklima im Dreivierteltakt à la Johann Strauß bei seinem selten gespielten „Nordseebilder"-Walzer schufen eine überaus muntere und abwechslungsreiche Programmfolge.
Der intensive Einsatz der Musiker präsentierte sich dabei im Ergebnis als eine angenehme Rundreise, zu der „Reiseleiter" Rieger unterhaltsame Informationen und Meinungen beizusteuern wusste. In charmanter Bildhaftigkeit erklang Bizets Ansicht über die - seiner Meinung nach - schönsten Frauen der Welt bei Ausschnitten aus der „L'Arlesienne-Suite". Und wem bei der fetzig straffen Rhythmik von Paul Linckes Siamesischer Wachparade" nicht die Beine mitzuckten, der müsste wohl als absolut unmusikalisch einzustufen sein. Am Beginn des Mozartjahres durfte der große Salzburger selbstverständlich nicht fehlen und war daher weltoffen und schmissig mit seinem „Türkischen Marsch" vertreten.
         Die gut zweihundert Besucher in der Eulenspiegelhalle ließen sich gerne von den anregenden Melodien animieren und applaudierten begeistert bei jeder Nummer. Und natürlich ließ man das bestens agierende Orchester nicht ohne die „Schöne blaue Donau" und den im Rhythmus mitgeklatschten Radetzky-Marsch von der Bühne.                          
Wolfenbüttler Zeitung am 3.1.2006

Kulturverein Schöppenstedt lädt ein:

Brunch für die »Großen« und Weihnachtstheater für Kinder

Schöppenstedt. Kinder- und familienfreundlich gestaltet sich das Programm des Kulturvereins Schöppenstedt in den kommenden Wochen. Für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalterl hat der Verein Sven Nordquists Held Pettersson eingeladen. Für die "Großen" gibt es am j Sonntag, 27. November, zwischen 11 und 13 Uhr l im Restaurant am Markt 1 einen leckeren Brunch. Der gesellige Vormittag steht unter dem Motto "Begegnungen im Advent". Für musikalische Begleitung sorgt der "Evesser Chor". Das Interesse der kleinen Theaterfreunde an den  Geschichten um Pettersson ist so groß, dass es insgesamt drei Vorstellungen geben wird. Am Mittwoch, 30. November, 11 Uhr, spielt das Wittener Kinder- und Jugendtheater in der Eulenspiegelhalle. In dem Stück geht es darum, dass der atte Pettersson sich einen Tag vor Heilig Abend den Fuß verstaucht. Nun weiß er nicht, wie er und Kater Findus es schaffen sollen   einen   Weihnachtsbaum, Stockfisch, Fleischklößchen und Pfefferkuchen besorgen sollen. Eine schöne Bescherung! Zwei  weitere "Pettersson-Vorstellungen" sind für Donnerstag, 15. Dezember (11 und 15 Uhr) in der Grundschule Schöppenstedt geplant. Das Theater Fata Morgana aus Hildesheim spielt "Pettersson und Findus". Erzählt wird, wie der alte Pettersson mit seinen Hühnern und dem Kater Findus auf dem Bauernhof lebt. Auf seinem Hof gibt es eine Menge lustiger Dinge zu erleben, die einem schon mal etwas merkwürdig vor kommen können. Langweilig ist es jedenfalls nie. Da macht es auch nichts, wenn draußen einmal das Wetter schlecht ist und Pettersson keine rechte Lust zu gar nichts hat. Findus fällt immer etwas ein. Ganz und gar nicht witzig findet es Findus jedoch, als Pettersson eines Tages einen Hahn mitbringt, den er aus Gustavssons Suppentopf gerettet hat. Denn dieser eingebildete Gockel verdreht allen Hühnern den Kopf, und selbst Pettersson hat plötzlich nur noch Augen für das Federvieh.
         Für das Kindertheater gibt es keine Karten im freien Verkauf. Bei Interesse kann man sich jedoch an den Kulturverein Schöppenstedt wenden und kann mit ein bisschen Glück noch den einen oder anderen Platz bekommen. Anmeldungen für den Brunch sind unter
05332/946946 möglich.   Elke Kraewer, Wolfenbüttler Schaufenster, 17. Nov 2005

Das Nordharzer Städterbundtheater zu Gast beim Kulturverein Schöppenstedt:

"Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt"

Die Revue des Halberstedter Ensembles in der Eulenspiegelhalle bot eine fröhliche und turbulente Inszenierung von Liebesliedern aus den Zwanziger und Dreißiger Jahren. In der Klinik für Liebeskranke weckten altbekannte Melodien beim Schöppenstedter Publikum viele Erinnerungen, was durch ein leises Mitsummen nur zu deutlich wurde: "Liebling, mein Herz lässt dich grüßen" - "Der Onkel Doktor hat gesagt ich darf nicht küssen" - "Jede Frau hat ein süßes Geheimnis" - "Mach mich glücklich".
           Wie der spontane Szenenapplaus zeigte, trafen die ausdrucksstarken Stimmen und die oft akrobatischen Einlagen beim Publikum in der gut besuchten Eulenspiegelhalle ins Schwarze.

Für Life- Musik am Klavier sorgte die musikalische Leiterin Nina Schneppmüller. Auf dem Foto von links nach rechts: Knut - Klaus-Uwe Rein, Ehefrau-Gerlind Schröder, Ehemann - Ingo Wasikowski, Knut- Xiaotong Han, Ruth-Isabell Fricke. Bericht: Herbert Hass; Nachdruck in der Wolfenbüttler Zeitung vom 8. November 2005

 

  Jazzfrühschoppen mit den Red Onions

Wer kennt sie nicht, die “roten Zwiebeln”, eine Braunschweiger Spezialität: plattrund, dunkelblutrot und hervorragend haltbar. Gleiches gilt für die “Red Onion Jazz Company”, die die Region - und nicht nur diese - seit ihrer Gründung 1967 mit Jazz im New Orleans Stil des frühen 20. Jahrhunderts bereichert. Am 30. Oktober hatten die Schöppenstedter und ihre Freunde Gelegenheit, die Band bei einem Jazzfrühschoppen im historischen "Gasthaus zum Zoll" zu erleben.

New Orleans gilt als Wiege des Jazz. Die nach dem Herzog von Orleans benannte Stadt, deren Hafen den Mississippi mit dem Golf von Mexiko verbindet, wurde im 19. Jahrhundert zum Auffangbecken für Einwanderer. Als Ulfert Beiß, Gründungsmitglied der Onions, in der Schulzeit einen Aufsatz zum Thema "Ein Mensch, der mir imponiert" schreiben musste, befasste er sich mit Louis Armstrong. Dieser musste seine Kindheit in einem "Home for Bad Boys" verbringen, bevor er sich aus dem Elend von New Orleans zu seiner unverwechselbaren Musik emporschwingen konnte.

Das New Orleans von heute wird vor allem durch zwei Namen geprägt, die die Stadt im Sturm nahmen: Katrina und Rita. Wie bereits berichtet, widmen die Red Onions dem Ort, dem sie so viel zu verdanken haben, am 19. November ein großes großes Benefiz-Konzert in der Braunschweiger Millennium-Halle. Zwei Chancen für ein unverwechselbares Erlebnis! Foto: Martina Behrens

 

 

Helene in Szene
- Bernd Surholt, alias Wilhelm Busch, bereitete einen vergnügten Abend im Eulenspiegelmuseum Schöppenstedt -

 

zweigeteilt: Bernd SurholtStationen der 90 minütigen Theaterreise mit dem professionellen Theatermacher und Schauspieler waren die ironischen Erzählungen "der heilge Antonius", die "fromme Helene" und "Balduin Bählamm", die allesamt zeigten, dass Busch mehr war als ein belustigender Zeichner. Als Kind hat wohl jeder die Bilder begierig aufgesogen, doch erst als Erwachsener merkt so mancher, dass er erst jetzt seine satirisch-kritische Weltbetrachtung richtig genießen kann.

Bernd Surholt, studierter Germanist, hat seit 1978 Engagements an vielen Theatern, darüber hinaus unternahm er Gastspielreisen nach Russland und Frankreich. Diesmal gilt: Ein Mann, eine Bühne, ein Stuhl - sonst nichts. Seine Gestalt wirkt so, als hätte Spitzweg Loriot im Lehnsofa gemalt. Nicht nur das: in steifer Frömmigkeit steht er da, krümmt sich in der verklemmten Gestalt der Tante, die Helene zur Anständigkeit mahnt und mimt ein Hohlkreuz, um deren dicken Gatten Schmöck greifbar zu machen. Ein Tusch auf Busch zum Wilhelm Busch Jahr!

 

Die „Uferlosen Geschichten“ – der Kulturverein Schöppenstedt startete die neue Saison mit einer Autorenlesung am „Eingang zum Elm“

Am Samstag las Anant Kumar, bekannter Dichter indischer Herkunft, aus den “Uferlosen Geschichten“ und weiteren seiner bisher insgesamt neun Werke. Er nahm auch die Gelegenheit, seine noch unveröffentlicheten Romane „Zeru – eine siebentägige Geschichte“ (BILD) und „DREI KILO HÜHNER – Satiren Grotesken Glossen“ (BILD) vorzustellen. Zu dieser Veranstaltung strahlte das Watzumer Häuschen mit Dekoration, Düften und schmackhaften Beilagenindisches Flair aus.
         In den “Uferlosen Geschichten” geht es um Legenden, Mythen, Anekdoten, Gesellschaftssatiren...., deren Schauplätze zwischen dem heutigen Deutschland und der indischen Klassik wechseln. Dabei hat Kumar den Blick für Kleinigkeiten, über die mancher im täglichen Trott hinwegstolpert, bewahrt und in (s)eine ganz eigene Sprache verpackt. Wenn er über Indien erzählt holt er weit aus und illustriert heimische Mythen mit Beschreibungen, die ins Hier und Heute passen - egal ob die Geschichte nun dort oder im Asylantenheim in Kamen spielt. Geschichten, die für Kinder geschrieben sein könnten, zeigen dem Erwachsenen sehr bald, dass er selbst Mittelpunkt der Handlung ist!
           Geboren im östlichen indischen Bundesstaat Bihar studierte Anant Kumar in Kassel Germanistik. Seit einigen Jahren spricht er mit seinen Satiren, Glossen, Erzählungen und Essays viele Kultur- und alle Altersgruppen an, vom sächsischen Zschopau über das südbayerische Sondhofen bis nach Berlin, vom Goethe- Institut Bombay bis zur University of Texas. Bei seinem Bemühen, unterschiedliche Regionen Deutschlands zu erschließen, sollte Schöppenstedt nicht fehlen! Aufgrund der überaus freundlichen Aufnahme durch alle Besucher ist eine Fortsetzung für Samstag, 10. Dezember, geplant.

Kumar wurde in den vergangenen Jahren mit vielen Preisen ausgezeichnet: Poeticus-Kurzgeschichten-Preis, Spittat/A, 2003; Finalist, Würth-Literatur-Preis 2002, Tübinger Poetik-Dozentur; Finalist, UNESCO-May-Ayim-Award, Berlin 2004. Zu seinen Werken zählen, zusätzlich zu den oben genannten, „Fremde Frau-Fremder Mann (Gedichte, Schweinfurt 1997/1999), „Kasseler Texte“ (Gedichte, Glossen und Skizze, Schweinfurt 1998/1999), „Die INDERIN (Prosa, Schweinfurt 1999/2000), „und ein Stück für Dich“ (Bilderbuch für Kinder und Erwachsene, Ahlhorn 2000), und „Die galoppierende Kuhherde (Essays und Satiren, Schweinfurt 2001/2002).

 

*) Karma: der Weg zur glücklichen Wiedergeburt bzw. die durch früheres Handeln bedingte Gegenwart.
Zu Anant Kumar:
http://www.anant-kumar.de.vu ; http://www.autorenhessen.de/autoren/kumar ; http://www.lyrikwelt.de
Zum Watzumer Häuschen:
http://watzumerhaeuschen.de ; http://eitzum-elm.de/html/watzumer_hauschen.html http://elm-asse-kultur.de/Kueblingen/html/watzumertouren.html

 Textvorlage, 3. September 2005

 

DER DACKEL

Im letzten Leben war ich
eine Bulldogge.
Kräftig und hässlich.
Mein Herr gab mir Befehle.
Und ich wurde immer braver.

Meine Karmas*) waren gute Taten.
Es hat sich gelohnt.
Jetzt bin ich ein Dackel.
Klein und süß.

Gleichberechtigt
meine Herrin und ich,
zusammen einkaufen
zusammen frühstücken
zusammen Glotze gucken.
Wenn sie sich aufregt
sage ich auch ein "WAU" drauf.....

Wolfenbüttler Schaufenster, 8.09.2005
Stadtspiegel vom 09.09.2005