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Friedr. Bosses Kleine braunschweigische Landeskunde; Verlag von Heinrich Wollermann, Braunschweig und Leipzig 1907

BildDer Elm, der eine Waldfläche von über 8000 Hektar bietet und eine Höhe von 323 Metern (oder so) erreicht, wurde vor Millionen Jahren aus Schichten des Muschelkalks aufgebaut. Er ist reich an Versteinerungen (Muscheln,  Seelilien usw.).

Der Mensch hat schon in frühgeschichtlicher Zeit im Elm gelebt. Das beweisen Funde aus der mittleren Steinzeit, die das Braunschweigische Landesmuseum verwahrt: das jungsteinzeitliche Kammergrab oberhalb von Evessen, zahlreiche bronzezeitliche Hügelgräber und vor allem die vorgeschichtlichen Ringwälle am Rande des Reitlingtales (Krimmelburg, Brunkelburg und Wurtgarten) sowie die Elmsburg bei Schöningen. Im Mittelalter standen zahlreiche Ritterburgen im Elm, so die Höhenburg Warberg, die in den 1960er Jahren ausgegraben wurde; die Elmsburg, die zeitweise im Besitz des Deutschritterordens war; die Burg Langeleben, die im 30jährigen Krieg zerstört wurde; eine Befestigungsanlage des Deutschritterordens am großen Teich im Reitlingstal, von der aber keine Überreste mehr vorhanden sind. Auch mehrere Dörfer lagen damals im Elm: Groß Rode und  Brunsleben, woran heute die Förstereien Groß Rode und Brunsleberfeld erinnern und Langeleben, das im Mittelalter ein richtiges Dorf war.

Der Elm diente in früheren Jahrhunderten als Lieferant des wertvollen Elmkalksteins, der häufig für Bauzwecke und für Baudenkmäler verwandt wurde. Aus Elmkalkstein wurden nicht nur die Kirchen, Burgen und Schlösser rings um den Elm errichtet, sondern er wurde auch bei vielen Bauten in Braunschweig, zum Beispiel beim Bau des Altstadtrathauses oder des Gewandhauses mitverwandt und im Jahre 1404 sogar nach Bremen zur Errichtung des berühmten Bremer Rolands transportiert. Aus dem Elm holte man auch das notwendige Bauholz für den Fachwerkbau und trieb im Herbst das Vieh hinein, um es mit Eicheln und Bucheckern zu mästen. In guten Mastjahren waren es mehrere 1000 Stück Vieh, vor allem Mastschweine, die im Elm gefeistet wurden. Die Triftwege, die sie im Wald benutzten, beispielsweise die Evesser und Küblinger Trift, sind dort als breite Graswege zum Teil noch heute zu erkennen.

Zu allen Zeiten hat der Elm als bevorzugtes Jagdgebiet eine große Rolle gespielt. An den reichen Wildbestand erinnern noch zahlreiche  Ortsbezeichnungen, wie Bärensohl, Wolfskuhlen, Saukuhle und Herzberg (Hirschberg). Die hohe Jagd war ursprünglich Königsrecht. Im Jahre 997 verlieh aber Kaiser Otto III. den Wildbann dem Bischof von Halberstadt. Urspünglich war der Höhenzug von einem bunten Laubwald bedeckt. Darin müssen die Ulme, die dem Elm den Namen gegeben hat und die Eiche, die wegen der Mast bevorzugt wurde, eine wichtige Rolle gespielt haben. 1530 wurde die erste Forstordnung für den Elm erlassen. Seitdem wird er planmäßig bewirtschaftet. Seit dem 17./18. Jahrhundert wird die Buche stark gefördert, so dass der Elm heute als “Norddeutschlands schönster Buchenwald” gilt. Die ersten Fichten wurden 1726, die ersten Lärchen 1763 im Warberger Forst gepflanzt. Als Holzlieferant hat der Elm auch heute noch eine große Bedeutung. 8500 Hektar Wald umfasst er heute. Davon sind 50 Prozent Staats- und 50 Prozent Privatwald. Das staatliche Forstamt Elm betreut sogar 10 000 Hektar Wald, die Asse zu diesem Forstamt gehört. 32 Prozent des Elms sind als Waldschutzgebiet ausgewiesen. Als Waldstandort hat der Elm auf der Skala von l bis 6 mit einer 5 eine sehr gute Note. Erklärtes Ziel der Landesforstverwaltung ist es, den Anteil abwechslungsreicher  Laub-  und Mischwälder, den Anteil alter Bäume und Baumgruppen sowie toter Bäume, in denen viele seltene Tier und Pflanzenarten leben, zu vermehren. Dieses Ziel ist auf großen Teilen der Landesforstflächen im Elm bereits umgesetzt worden. Die Forstverwaltung möchte speziell mehr Eschen, Ahom, Kirschen und Eichen, also mehr einheimische Hölzer, im Elm anpflanzen. Nadelhölzer sollen zurückgedrängt werden. Der Elm als größtes zusammenhängendes  Buchenwaldgebiet in Norddeutschland bleibt aber erhalten; der Anteil der Buchen wird sogar leicht zunehmen. Über das vom Forstamt erarbeitete Konzept hinaus haben Fachleute des Niedersächsischen Forstplanungsamtes auch eine Biotopkartierung vorgenommen. Diese dient als Ratgeber für den Erhalt wertvoller Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Stellenweise finden sich in den ausgedenten Laubwäldern des Elm Nadelwaldflächen, in denen die Fichte ganz offensichtlich kränkelt. Grund hierfür sind die guten Kalkverwitterungsböden, auf denen Fichten von Natur aus nie wachsen würden, da sie  im Stamminneren Rotfäule entwickeln und damit anfällig für Borkenkäfer und Windwurf würden. Gepflanzt wurde die Fichte vor allem auf Kahlschlägen, die während des Zweiten Weltkrieges entstanden sind: zum Aufforsten standen damals kaum andere Baumarten zur Verfügung. Mittlerweile entwickeln sich auf Flächen, wo die Fichte vorzeitig gefällt werden musste, wieder Mischwälder aus Rotbuche, Ahorn, Esche und Kirsche - Baumarten, die auf Kalkböden hervorragende Bedingungen vorfinden.

Hauptsächlich dient der Elm heute als Erholungs- und Wandergebiet. Seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts entstanden dort zahlreiche Waldgaststätten, wie die Reitlingsgaststätte in schönster landschaftlicher Lage, der Tetzelstein, der an die Tetzelsage erinnert, Elmhaus und Waldfrieden oberhalb von Schöningen, Lutterspring an der Lutterquelle und das Watzumer Häuschen oberhalb von Eitzum, ein ehemaliges Forsthaus. Nach dem letzten Krieg wurden einzelne Teile des Elms, wie das Reitlingstal und die Lutterquelle, unter Landschaftsschutz gestellt. Heute ist der gesamte Elm Landschaftsschutzgebiet und seit 1977 Kernstück des bis zur Wende besonders von den Berliner Feriengästen sehr geschätzten Naturparks Elm-Lappwald.                                                                 H. R.; Artikel im Helmstedter “Blitz” vom 10.08.2005

 

 

 

 

...übrigens ist der Elm nicht nur ein geschichtsträchtiges Naherholungsgebiet, sondern auch "Leewellenerzeuger" (siehe http://www.mittelgebirgsleewelle.de/). Bereits im Jahr 1966 sind in der Elmwelle 4000m Höhe erflogen worden. Man weiß allerdings nicht genau ob der Elm damals eine eigene Leewelle erzeugt oder z.B. den 3. Wellenberg des Harzes mit angefacht hat, denn laut Vorhersagen sollen bei 300m hohen Bergen ca. 2000- 2500m Höhe erfliegbar sein. Auf jeden Fall hatten wir kürzlich, am 7.11.2005 eine schöne Lenticulariswolke (typische Wolkenerscheinung bei Leewellen) über dem Elm - diese war eindeutig Folge der Harzwelle. Verfasst und beobachtet von Michael Boos
 

 

 

 

 

Welches ist der höchste Berg im Elm? -

1

Eilumer Horn

323 m

323,3 m *

325 m

 

2

Kuxberg

306 m

321,9 m *

327 m

wer bietet mehr?

3

Burgberg

317 m

311 m

312 m

112

4

Drachenberg

313 m !

 

 

 

5

Herzberg

309 m

 

 

 

....eine einfache Frage, so sollte man meinen, aber es gibt viele Antworten. Fragt man die Ampleber, so heißt die Antwort “Drachenberg” (4)  und tatsächlich ist dies die einzige in einigen Karten verzeichnete Erhebung. In Schöppenstedt bekommt man zur Antwort “der Kuxberg” (2) und in Eilum “das Eilumer Horn (1). Vergleicht man die Angaben in Karten und alten Dokumenten, so geht das Chaos weiter. Einigkeit herrscht nur beim Drachenberg, dessen 313 Meter wohl im Zusammenhang mit den Antennenbauten genau bestimmt wurde [seit kurzem sendet dort der DAB (Digital-Audio-Broadcasting) Sender der NLM (Niedersächsischen Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk)]. Darüber hinaus sind die Angaben “vielfältig”.

Ist dies die Lösung? (Wolfenbüttler Schaufenster vom 07.05.-2006, se). Bis zur Errichtung des Gipfelkreuzes am Eilumer Horn 1983 war die allgemeine Meinung vertreten dass der Kuxberg an dem triginomertrischen Höhepunkt mit rund 321,9 Metern der höchste Punkt des Elms sei; auch Kartenmaterial wies ihn als solchen aus.... Das Eilumer Horn liegt oberhalb der Dörfer Evessen und Ampleben im Eilumer Forst. 323,3 Meter misst der Elm an dieser Stelle... Nach der Aufstellung des Kreuzes durch die damaligen Alpenvereinsmitglieder aus Schöppenstedt korrigierte das Niedersächsische Landesvermessungsamt das Kartenmaterial *)

 

 

 

Dank den Gipfelstürmern, Marianne und Jürgen Mewes, die das Horn vom Basislager Küblingen aus bezwangen!

Marianne Mewes, 20. Sept. 2006

 

Und sonst noch?....
Selbst auf Mallorca wird er vergöttert: der Elm!

 

 

 

soeben eröffnet!

Harz-Gebiet                         http://Elm-Asse-Kultur.de                         Sachsen-Anhalt

juergenbode@t-online.de

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