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Anfang Mai verwandeln sich die Hänge der Asse bei Wolfenbüttel in einen üppigen Blütenteppich. Der kleine
Höhenzug, sechs Kilometer lang und zwei Kilometer breit, ist Lebensraum für teils sehr seltene Pflanzenarten. Namhafte Botaniker behaupten, dass nirgendwo in Norddeutschland eine vergleichbare Vielfalt anzutreffen sei. Es beginnt mit den
sogenannten Frühblühern: Märzenbecher und Himmelsschlüssel, Lärchensporn und Buschwindröschen, Aronstab und Seidelbast. Es folgen eine Reihe äußerst seltener Waldorchideen, wie zum Beispiel der Bienenragwurz. Bis in den September hinein hält sich die abwechslungsreiche Blütenpracht, die den Wanderer immer wieder fesselt. iweiterführende Literatur unter: Walter Randig: “Die Flora der Asse - eine Kostbarkeit”. Heimatbuch 2003 des Landkreises Wolfenbüttel 12-19. Hintergrundfoto: BuchenstämmeAsse 15.02.2003
Asse bei Wittmar (15.02.03) Mehr als ihre einzigartige Flora und Fauna beschäftigt ein anderer Aspekt die Öffentlichkeit: die im Verlauf der Jahrzehnte wechselnde Nutzung des Salzsattels. Salz wurde vor 250 Millionen Jahren (Zechsteinzeit) aus dem Meer ausgeschieden und tektonisch vor 110 Millionen Jahren aufgefaltet. Details der Geologie wurde durch Tiefbohrungen, besonders im Bereich der aus manchen Gründen kritischen Südflanke (s.u.) erkundet: Der Kern des hier vorhandenen Salzsattels besteht aus älterem Steinsalz, der mit dem Staßfurth-Carnallitit überlagert wurde. Darüber liegt das jüngere Steinsalz. Während die flacher einfallende Nordflanke aus den Deckgebirgsschichten von Unterem Buntsandstein bis zur Tagesoberfläche hochgedrückt worden ist, besteht die steilstehende Südflanke aus dem Oberen Buntsandstein mit Muschelkalk und den darauffolgenden Deckgebirgsschichten. Eingriffe in die Natur In der bergmännischen Geschichte der Asse wurde zunächst Carnallitit abgebaut, später Staßfurt- und Leine-Steinsalz. Der
geologische Schnitt lässt die Südwestflanke als Bereich besonders intensiven Abbaus erkennen, in dem Gebiet also, in dem die
Schichten des Deckgebirges steil stehen. Diese Eingriffe haben den Spannungszustand des Salzsattels beeinträchtigt. Umlagerungen
führten hier und im Deckgebirge zu Verformungen, welche sich bis hinauf zur Tagesoberfläche durchpausen.
Asse II wurde 1967 zum Forschungsbergwerk, in dem bis 1977 erwa 124000 Fässer schwaxh radioaktiver und etwa 1300 Behälter mit mittelradioaktivem Abfall eingelagert wurden. Diese Abfälle enthalten 12 kg Plutonium, 87 tThorium, 102 t Uran und erhebliche Mengen an diversen Chemikalien. In den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhundertsunterliefen der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) zwei Fehlprognosen Tatsache ist, dass seit 1991 Laugenflüsse beobachtet werden (etwa 12,5 Kubikmeter NaCl-Lage am Tag). Dazu kommen Bewegungen im berg, das heißt: Asse II ist weder standsicher, noch trocken. Asse II wird im Laufe der Zeit “absaufen”. Die größte Gefahr entsteht durch die Auflösung der Verpackungen über den Kontakt mit der Chlorid-Lösung, denn dadurch gehen auch die gebundenen Radionuklide in Lösung. Die dann kontaminierte Chloridlösung kann durch die Bewegungen des Gebirges aus dem Bergwerk gepresst werden und in die Biosphäre gelangen. Sollten die radioaktiv belasteten Stoffe in der Asse verbleiben, so schließt die GSF nicht mehr aus, dass Radionuklide austreten. Geschieht dies auf dem Wasserwege, so kann es nach dem derzeitigen Konzept einer Schließung nach Bergrecht (das heißt eine zügige Schließung) lange Zeit unbemerkt bleiben. Eine Schließung nach Atomrecht, das eine Rückholbarkeit und eine Büregerbeteiligung vorsieht, würde hingegen jahrelange Verzögerungen bedeuten.
Unklarheiten über die Herkunft der Laugeneinbrüche, führten dazu, 1995 mit der Verfüllung der Südwestflanke zu beginnen. Dazu dienen Salzrückstände aus der Halde bei Ronneberg, die in die Hohlräume geblasen werden. Gegenwärtig wird überlegt, porenfeine Lücken zwischen dem kristallinen Staub dadurch zu schließen, dass eine Magnesiumchloridlösung eingebracht wird. Doch ist keineswegs bewiesen, dass Einbringen des Schutzfluids die Zerstörung der Carnallit-Salzschicht durch die laugenflüsse begrenzen kann. Zwischenzeitlich sorgt eine ausgelegte Folie, beschwert durch ein Kiesbett, dafür, dass keine Flüssigkeit in tiefere Sohlen vordringt (BZ, 25.04.2003). Man geht davon aus, dass der Wasseranteil aus dem Bereich des Deckgebirges kommt. Wenn geologischen Darstellungen zutreffen, müssen dies durch den Oberen Buntsandstein der Südwestflanke eintreten, obgleich die Gesteinsart nicht zu denjenigen gehört, die eine hohe Durchlässigkeit aufweisen. 2003 gründet sich der Verein “AufpAssen”, der das Schließungsverfahren bis 2017 kritisch begleiten wird. Es muss gewährleistet werden, dass alle relevanten Parameter in der Umgebung gemessen werden, um allew Veränderungen rechtzeitig zu erfassen (freiwillige Ergänzung des bergrechtlichen auf die wesentlichen Grundlagen eines atomrechtlichen Schließungsverfahrens). Die BRD wird aufgefordert, das Endlager auf Dauer zu betreiben und auf Asse II eine Informationsstelle einzurichten, in der sich die Bevölkerung über die Schließung hinaus über den aktuellen Stand unterrichten kann. Look, Ernst-Rüdiger: Geologie, Bergbau und Urgeschichte im Braunschweiger Land” (Nördl. Harzvorland, Asse, Elm-Lappwald, Peine - Salzgitter,Allertal)
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